Vorsicht: Kamele unterwegs!

Natürlich waren die Kamele auch auf Tour. Eigentlich immer. Auch dann, wenn man mal ausschlafen wollte hat immer irgend jemand geklingelt (Nicht auf dem Handy, das gab es noch nicht. Nein, an der Haustür geklingelt). So war man Tag für Tag unterwegs...  Das Leben war schon hart damals. Manchmal konnte man Dienstags zu Hause bleiben, weil Wenne Ruhetag hatte. Aber nur manchmal. Andere hatten ja keinen Ruhetag am Dienstag...

Leider gibt es so gut wie gar keine Fotos von den Kamel-Touren. Na ja, ein paar gibt es schon. Zum Beispiel von der 1. großen Kameltour nach Italien und Frankreich. Das war 1971. Keiner von uns war vorher schon mal im Ausland.

Los ging es mit meinem 1. Auto, einem Ford P3. Besser bekannt als "Badewanne". Der hatte schon ein paar Kilometer und auch Jahre auf dem Buckel, als wir Richtung Süden starteten. Heute würde ich mich mit einem solch alten Auto nicht mehr so weit trauen. Aber er hat sehr gut durchgehalten und uns auch alle wieder zurückgebracht. (Der schwarze Kotflügel stammte von einem Unfall. Irgendwie und aus unerklärlichen Gründen bin ich mit dem Auto eine Treppe hochgefahren und hinten wieder runtergefallen... Hmm, wie das passieren konnte?. Na ja, Insider wissen das natürlich! (Hummel, kannst Du dich erinnern? Gut, das Du damals die Spurstange durch zusammenbinden mit einer Feile provisorisch reparieren konntest. Bin damit unfallfrei bis Goslar gekommen.)

Die Fahrt führe uns über die Alpen...

direkt an´s Mittelmeer,

 

..wo ich das 1. Mal im Leben unter Palmen sitzen konnte.

Geschlafen wurde im Zelt. Jedenfalls so lange, bis es uns geklaut wurde.....

...danach haben wir z.B. in Cannes auch mal mitten auf der Hauptstrasse campiert. Oder wir haben auf den Liegestühlen vor den großen Hotels geschlafen.

Nachdem wir die ganze Küste abgeklappert hatten, fuhren wir weiter bis Pisa

...wo es auch schöne Mädchen gab.

Zurück ging´s dann über Norditalien nach Hause. Ein Kamel haben wir in Frankreich verloren. Ist aber zwischenzeitlich auch wieder zu Hause und sogar Studiendirektor oder so was geworden. Kamele gibt´s....  tz tz


2. Grosse Kamel-Tour: Die Kamele wollten nach Afrika!

Die 2. große Kameltour, die 1974 stattfand, sollte uns eigentlich nach Marokko führen. Eigentlich....

Zu diesem Zweck hatten wir uns eigens einen FIAT-Bus gekauft. Er war recht preiswert, aber vielleicht war das auch ein Fehler. Außerdem weiß doch jeder, was FIAT heisst: FehlerInAllenTeilen. Na ja, dazu später mehr. Wir waren jedenfalls zuversichtlich.

Zunächst mal haben wir den Bus getunt: Schön bemalt, vorn Zusatzscheinwerfer für die Wüstenfahrten und hinten ein Sofa rein. Fertig.

 

Vor dem Alpha in Vienenburg gab es noch einen kleine Volksversammlung, als wir uns von allen nach Marokko verabschiedeten. Ein bisschen Neid war bei den anderen schon zu spüren. Ein Raunen ging durch die Menge: "Die Kamele wollen nach Afrika...." (Übersetzung in die heutige Sprache: Voll cool, ey!)

 

Dann ging es los, zunächst Richtung Schweiz, wo der 1. kleinere Defekt auftrat: Kennzeichen (fast) verloren:

Von der Schweiz aus ging es Richtung Frankreich - und von dort aus Richtung Spanien, um später nach Marokko übersetzen zu können. Soweit der Plan.

Auf der Autobahn in Frankreich mussten wir ab- und zu schon mal Wasser nachfüllen. Da stimmt doch was nicht??

Tja - in Lyon half dann auch kein frisches Wasser mehr: Motor-Totalschaden. Da haben wir die nächste Nacht erst einmal an der Autobahn übernachtet. Früh morgens stellten wir fest, das die Polizei in der Nacht die "Unfallstelle" schon abgesichert hatte.

Den darauf ankommenden Abschleppwagen haben wir freundlich wieder nach Hause geschickt. Schließlich waren es bis zur nächsten Werkstatt höchstens 5 km (oder doch mehr...?) und die konnten wir schließlich schieben. Es waren ja angenehme 35 Grad und wir waren ja alle noch jung und kräftig.

Die Werkstatt stelle dann die endgültige Diagnose: Nichts mehr zu machen, Kolben guckt aus dem Motor. Tja - nun war Marokko wohl vom Tisch.

Nachdem wir dann versucht hatten, in Lyon ein Auto zu kaufen -was an den Zollformalitäten scheiterte- entschlossen wir uns, die Fahrt wenigstens bis ans Mittelmeer fortzusetzen. Praktisch also Plan B. Dazu mussten Rudi und ich allerdings erstmal mit dem Zug wieder nach Hause, um mein Auto zu holen.

Leider saßen wir im falschen Zug und fuhren somit erstmal nach Paris. Dort wollte man uns die Karten nicht mehr umtauschen. Somit mussten wir neue kaufen.

Dieser Zug fuhr von Paris über Deutschland direkt nach Moskau. Somit war es auch nicht verwunderlich, das wir im Zug einen russischen Diplomaten kennen lernten. Aus Angst, das wir den richtigen Bahnhof verpassen könnten, haben wir kaum geschlafen....

In Vienenburg angekommen, nahm ich die Gelegenheit wahr, mir gleich meinen bösen Zahn ziehen zu lassen. Das hat "Fräulein" S. gemacht. So wie mit vielen anderen Zähnen auch. Reparaturversuch? Quatsch - raus das Ding. Wir waren in den 70igern!

Nun machten wir mein Auto startklar. Einen Ford "P7" (Sechszylinder)...

...und machten uns auf den Weg nach Lyon, wo die anderen schon sehnsüchtig warteten. Glaube ich jedenfalls.

Dort angekommen, wurde das Auto bepackt...

und weiter ging´s. Immer weiter und weiter.... Aber nicht mehr nach Afrika! Da hatte ich doch schon ein wenig Angst um mein Auto. Außerdem hat die Aktion mit dem Auto noch extra-Geld gekostet.

Tja, weiter gibt´s da nichts zu berichten. Wir haben uns ein paar schöne Tage am Mittelmeer gemacht:

 

....und dann ging´s wieder nach Hause ohne Afrika jemals gesehen zu haben. Voll das Kamel-Pech. Oder war es besser so?? Vielleicht hätten sie uns dort auch alle verhaftet und wir würden heute noch als Kameltreiber arbeiten müssen? Wer weiß...  Auf jeden Fall sind wir alle gesund und munter zurückgekommen.

Ach so: Der FIAT-Bus müsste noch in Lyon stehen. Wir haben ihn jedenfalls nicht abgeholt.

 

Wer noch ein paar Anekdoten zum Thema Kamel-Touren in Erinnerung hat, kann mir gerne schreiben. Ich berichte dann auf dieser Seite.

 

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